Welche Auswirkungen hat der milde Winter auf unsere Vögel im Garten?

Mitzählen bei 15. Stunde der Wintervögel vom 10. – 12. Januar

Die Volkszählung der Wintervögel in Gärten, Grünanlagen und Parks geht dieses Jahr in Bayern bereits in die 15. Runde. Der LBV und sein bundesweiter Partner NABU zählen für die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ wieder auf tausende Vogelfreundinnen und Vogelfreunde, die ab Freitag ihre Beobachtungen melden.

Die bayerischen Naturschützer interessiert dabei vor allem, wie sich der bisher milde Winter auf die Vögel in den Gärten auswirkt und ob mehr Zugvögel, wie der Star, den Urlaub im Süden abgesagt haben und im Freistaat überwintern. Eine aussagekräftige Antwort, ob es momentan mehr Daheimbleiber in Bayern gibt, kann nur durch die Mithilfe möglichst vieler Teilnehmer gegeben werden. Auch könnten sich derzeit weniger Vögel an den Futterstellen zeigen, da sie aufgrund des milden Winters noch genügend in der Natur zu fressen finden.

Gezählt wird eine Stunde vom 10. bis 12. Januar. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können dem LBV bis zum 20. Januar ihre Beobachtungen vom Wochenende melden, am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Überwintern mehr Zugvögel wie zum Beispiel Stare in Bayern?

Mit Spannung erwarten die LBV-Artenschützer das Abschneiden einiger Zugvogelarten, die sich bei den bisher eher milden Wintertemperaturen den gefährlichen Flug in die Überwinterungsquartiere im Mittelmeerraum sparen könnten. Zu den zunehmend „zugfaulen“ Vögeln zählt beispielsweise der Star, aber auch der Zilpzalp, der Hausrotschwanz oder die Bachstelze.

Viele Zugvögel wie der Star bleiben im Winter hier

So lange sie genügend Nahrung bei uns finden, schwinden die Gründe für den Star und andere Kurzstreckenzieher im Winter wegzufliegen. Kommt die Kälteperiode mit Verspätung dann doch, reagieren sie spontan und weichen nach Süden aus oder können vermehrt bei der Futtersuche im Garten beobachtet werden.

Die „Stunde der Wintervögel“ kann Mithilfe möglichst vieler Teilnehmer erste Aussagen darüber geben, ob es momentan mehr gefiederte Daheimbleiber in Bayern gibt. Spannend ist außerdem die Frage, wo es heute noch in den Gärten typische bayerische Wintervögel, wie BergfinkenErlenzeisige und Wacholderdrosseln gibt.

Gibt es weniger Vögel in unseren Gärten?

Viele Vogelfreunde haben derzeit den Eindruck, dass sie weniger Vögel im Garten haben als ansonsten im Winter. Gerade dann ist es für den LBV umso wichtiger, eine Stunde
lang genauer hinzuschauen und bei der „Stunde der Wintervögel“ zu zählen, wer überhaupt im eigenen Garten unterwegs ist.

Eine leere Futterstelle ist in der Regel jedoch kein Grund zur Besorgnis und kann verschiedene Gründe haben. Viele Vögel in unseren Gärten sind eigentlich Waldvögel, wie zum Beispiel die Kohlmeise oder der Buchfink. In milden Wintern finden sie genug Nahrung in der Natur und besuchen seltener unsere Gärten und Futterhäuschen. So vermeiden sie auch die große Konkurrenz am Futterhaus und müssen sich keinen zusätzlichen Gefahren in unseren Gärten, wie lauernden Katzen, aussetzen.

Kleiber


Die stetig steigenden Teilnehmerzahlen der Mitmachaktionen des LBV zeigen das riesige Interesse der Bevölkerung an der heimischen Vogelwelt. Gerade seit dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ bewegt das Thema Artenschutz die Bayern. Die Menschen sind spätestens seit dem großen Erfolg im Februar aufgerüttelt und wollen, dass endlich mehr getan wird, um das verheerende Artensterben zu stoppen. Dabei kann jeder auch seinen Teil für mehr Artenvielfalt durch eine naturnahe Gartengestaltung beitragen. So finden die Vögel nicht nur zur Stunde der Wintervögel, sondern das ganze Jahr über Nahrung im Garten und genügend Versteck- und Nistmöglichkeiten.

Die Stunde der Wintervögel

Beim Bürgerforscher-Projekt von LBV und NABU sammeln viele Menschen gemeinsam große Datenmengen. Die Langzeitstudie liefert den Naturschützern eine Fülle wertvoller Informationen über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.

Dabei reicht schon die pure Freude an der Natur zur Teilnahme an der Mitmachaktion aus. Besondere Kenntnisse sind für die Wintervogelzählung nicht nötig, da es sich um die häufigen und ohnehin größtenteils bekannten Vögel im Siedlunsgraum handelt.

So beteiligten sich im Januar 2019 allein in Bayern über 30.000 Naturfreunde und meldeten über 827.000 Vögel in fast 22.000 Gärten. Der am häufigsten gemeldete Wintervogel im Freistaat war 2019 der Haussperling gefolgt vom Feldsperling. Auf die Plätze drei und vier flogen Kohlmeise und Amsel.

5 Gedanken zu „Welche Auswirkungen hat der milde Winter auf unsere Vögel im Garten?“

  1. Ich beobachte seit Beginn meiner Zählungen und verstärkt in den letzten drei Jahren, zu Beginn meiner Fütterung bis ungefähr Weihnachten deutlich mehr Individuen und auch mehr Arten als zum Zeitpunkt der „Stunde der Wintervögel“.
    Zum Beispiel kamen heuer statt anfangs 6 Blaumeisen nur noch 2, bei den Grünfinken und Amseln ist’s dasselbe, Schwanzmeisen, Rotkehlchen und Zaunkönig sehe ich gar nicht mehr.
    Da ich aber eine Kohlmeise die gesamte Zählstunde vor und in einem Nistkasten, der bisher immer von Feldsperlingen belegt war, beobachtet habe und draußen bereits ein Vogelkonzert zu hören ist, vermute ich, dass viele Vögel durch die Wärme und die inzwischen wieder länger werdenden Tage bereits auf Nistplatzsuche sind und diejenigen, die einen gefunden haben, diesen durch Anwesenheit und Gesang verteidigen. Ein Flug zur Futterstelle könnte zum Verlust des Nistplatzes führen, weshalb die Futtersuche möglicherweise ausschließlich in seiner Umgegend erfolgt, was durch die warmen Temperaturen ja durchaus möglich ist.
    Die Vögel erscheinen erst dann wieder an der Futterstelle, wenn es aufgrund von extremen Tieftemperaturen nicht mehr um Nistplätze, sondern um’s nackte Überleben geht, dann sind „alle Vögel wieder da“.

  2. Normal habe ich mehr Vögel und mehr Arten an meinen Futterplätzen, als ich heute zahlen konnte. Seit eine Katze vom Nachbarn täglich im Garten umherschleicht, gibt es jedoch keine Amsel mehr bei mir.

  3. Gerne haben mein Mann und ich wieder mitgemacht! Neu in unserem Garten (Büsche, Bäume, alte Blütenstände, „wilde Ecken“) waren 2 Eichelhäher, die sich aber schon im vergangenen Herbst im Garten blicken ließen. Bergfinken, Grünfink, Erlenzeisige kamen und gingen im „geschlossenen Trupp“. Buchfink und Dompfaffen (letztere üblicherweise 3 Männchen, 1 Weibchen)kamen einzeln, die Kohlmeisen im Trupp zusammen mit den Blaumeisen, genau so wie die Feldsperlinge.
    Die Amsel (männlich) kommt jeden Tag, immer allein. Es gibt im Garten ein standorttreues Rotkehlchen, welches aber nicht ans Futterhaus kommt. Es ist sehr scheu (Katzen!!)- wir haben es schon seit Tagen nicht mehr gesehen.

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